06.10.2020

Interview Geschäftsführer Dunkermotoren Uwe Lorenz

Uwe Lorenz

1. Trotz erster Lockerungen im öffentlichen Leben und sinkender Fallzahlen bestimmt die Corona-Pandemie nach wie vor unseren privaten und geschäftlichen Alltag. Wie erlebt Ihr Unternehmen diese Zeit?

Im ersten Quartal des Jahres waren Auftragseingang und Umsatz auf gewohnt hohem Niveau, dann kam es durch Corona zu einer kritischen Versorgungslage bei vielen Zulieferkomponenten. Etwas zeitversetzt war auch ein deutlicher Einbruch bei der Nachfrage in einigen Zielmärkten festzustellen. In der Konsequenz war dann Kurzarbeit notwendig, wenn auch in geringem Umfang. Aktuell registrieren wir wieder eine etwas anziehende Nachfrage, und sind zuversichtlich gestärkt aus der Krise zu kommen.

2. Aufgrund der aktuellen Lage hat das Gesundheitswesen enorme Anforderungen zu erfüllen, und demzufolge auch technische Bedarfe zu decken. Wie wirkt sich das auf Ihren Geschäftsbereich Medizin- und Labortechnik aus?

Wir liefern Motoren für viele Geräte in der Medizintechnik, unter anderem für Beatmungsgeräte und Nähmaschinen zur Fertigung von Schutzanzügen. In dem Geschäftsbereich gab es zu Beginn der Pandemie verstärkt Abrufe und Anfragen, allerdings hat sich das bereits nach wenigen Wochen wieder auf das normale Niveau eingependelt.

3. In der Unternehmensphilosophie von Dunkermotoren stehen Kundenorientierung und
innovatives Denken und Handeln ganz oben an. Wie bringen Sie diese beiden Aspekte
in puncto Produktentwicklung zusammen?

Dunkermotoren hat in den letzten Jahren eine Vielzahl neuer Produkte und
Funktionalitäten auf den Markt gebracht, die unseren Kunden eine innovative und
wirtschaftliche Antriebstopologie in deren Maschinen und Anlagen und somit einen
echten Mehrwert bieten. Basis für einen großen Teil der Innovationen ist die „Motor
Control Platform“, welche derzeit in alle Servomotorbaureihen integriert wird. Dies reicht
von der einfachen und günstigen „dMove“ 4Q-Regelelektronik bis hin zum „dPro“
Motioncontroller mit hochauflösendem Geber, Vektorregelung, Ethernet-Schnittstellen
und Safety-Funktionalität.

4. Was steht für die Antriebslösungen von Dunkermotoren hinter den Begriffen, Künstliche
Intelligenz und Schwarmintelligenz als Basis für die Industrie 4.0?

Schwarmintelligenz steht stark im Kontext IIoT (Industrial Internet of Things) und
dezentraler Systeme. Hier sind wir mit unseren intelligenten Antrieben sehr aktiv. Es geht
vor allem darum, dass jeder Antrieb oder jedes Antriebsnetzwerk selbst die Applikation
im Bauch trägt. Nötigen Echtzeitentscheidungen zur Reaktion auf die Umwelt werden
vom Antrieb selbst getroffen und mit anderen Antrieben abgestimmt. Eine separate SPS
wird in diesen Anwendungen nicht mehr benötigt.
Künstliche Intelligenz kommt dann ins Spiel, wenn Antriebe Ihre Zustandsdaten wie z. B.
Temperatur- oder Stromverläufe in die Cloud übertragen und dort Muster abgeleitet
werden. So wird erkennbar, wann sich Defekte oder Anomalien anbahnen. Diese
Informationen können dann über buchbare Services an den Antrieb selbst oder an
Managementsysteme zurückgespielt werden, um nötige Reaktionen einzuleiten.

5. Welche Anforderungen muss, auf den Punkt gebracht, eine moderne Antriebslösung erfüllen?

Sie muss über dezentrale Intelligenz und Sensorik sowie eine Kommunikationsschnittstelle verfügen. Das ist die Grundlage für viele Möglichkeiten und Features, unter anderem die im vorherigen Abschnitt erwähnten. Daneben zählen auch weiterhin „klassische“ Werte wie beispielsweise Energieeffizienz, Leistungsdichte, Performance und Wirtschaftlichkeit.

6. Betrachtet man die Entwicklungen in den verschiedenen Anwenderbranchen für Produkte und Systeme der Antriebstechnik, was denken Sie, welche Branchen in den nächsten Jahren zu den wichtigen gehören werden?

Bei Dunkermotoren setzen wir unter anderem auf die Zielmärkte Intralogistik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik, Agrartechnik, Bahntechnik und Gebäudeautomatisierung. Damit haben wir einen gesunden Mix zukunftsträchtiger Branchen und eine geringe Abhängigkeit von einzelnen Anwendungen.

7. Welche mittel- und längerfristige Unternehmensentwicklung hat Dunkermotoren im Fokus?

Seit 2019 arbeitet bei Dunkermotoren ein Team ausschließlich daran, die Servomotoren von Dunkermotoren einfach und sicher an das Internet anzubinden und darauf aufbauend mehrwertbringende Funktionalitäten zu realisieren. Um dies gemeinsam mit starken Partnern lösen zu können, ist Dunkermotoren auch den Verbänden „Open Industry 4.0 Alliance“ und „MindSphere World“ beigetreten.
Außerdem steht das Zusammenwachsen mit unserer Schwesterfirma MAE aus Italien im Fokus. Mit dann insgesamt 1.800 Mitarbeitern werden wir unseren Kunden in Zukunft auch Schrittmotoren und Gebläse anbieten können.



Ihr Kontakt für Public Relations

Janina Dietsche
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Dunkermotoren GmbH
Allmendstr. 11
79848 Bonndorf, Germany

Tel. +49 7703 930 - 546
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